Eiskalt den Stecker gezogen: Wie ein Billiganbieter eine Berliner Stromkundin abservierte
Die Regionale EnergieWerke GmbH (REW) wirbt mit allerlei warmen Worten für sich selbst. Doch in einem Kündigungsschreiben zeigt sie ihre kalte Schulter. Von Lorenz Maroldt.
„Unschlagbar günstige Tarife“ verspricht der regionale Energieanbieter REW, der sich selbst als „fair“, „transparent“ und „nachhaltig“ bewirbt. Soweit die Theorie. Und hier die Praxis in Zeiten des Krieges, dargestellt anhand der Mail an eine Berliner Kundin:
„Die Beschaffungsmarktpreise für Erdgas und Strom steigen mit der Invasion Russlands in die Ukraine auf ein exorbitantes Ausmaß. Diese Entwicklung führt leider dazu, dass die zur zukünftigen Beschaffung erforderlichen Sicherheitsleistungen, die wir zur Besicherung der Energie Einkaufsmengen gegenüber unseren Lieferanten stellen müssen, für uns nicht mehr darstellbar sind. Wir bedauern diese Nachricht sehr, jedoch müssen wir Ihnen mitteilen, dass wir Sie zukünftig unter den Umständen des drohenden weltweiten Krieges und gegenseitiger Sanktionen zwischen Nato-Ländern und Russland, welche die Energiebranche insbesondere in Deutschland sehr hart treffen, nicht mehr durch uns beliefern können. Das bedeutet, dass wir Ihren Stromliefervertrag (…) hiermit kündigen müssen.“
Ab wann gilt das? Fast sofort, jedenfalls unverzüglich. Dann ist die Kostengarantie futsch, es übernimmt „der regionale Grundversorger“ – zu exorbitant gestiegenen Preisen.
Auch die Gasag wird teurer, ebenfalls drastisch: Plus 26 Prozent – das ist mehr, als die Kanzlerpartei SPD bei der letzten Bundestagswahl insgesamt kassierte (25,7%).