Volle Möhrenstraße rückwärts

Volle Möhre(nstraße) rückwärts: Anscheinend hat doch noch jemand mehr als nur den Wikipedia-Artikel über Michail Iwanowitsch Glinka gelesen (oder gestern aufmerksam den Checkpoint). Deshalb ist auch bei der BVG noch rechtzeitig aufgefallen, dass der russische Komponist nicht nur ein glühender Nationalist war, sondern ebenso antijüdisch drauf – und eine Umbenennung der Station Mohren- in Glinkastraße deshalb vielleicht nur eine halbgute Idee ist. Also: Notbremse! „Wir haben euch gehört und sind in alle Richtungen offen, über den Namen der Station zu sprechen und eine Lösung zu finden“, teilen die Verkehrsbetriebe mit. Ich habe gestern länger mit dem Berliner Kulturhistoriker Wolfgang Kaschuba über das Thema gesprochen: „Der Mohr war Eroberer, nicht Sklave“, sagt er, ordnet den Begriff historisch ein und rät von überstürzten Namenstilgungen ab (für Abonnenten).