Öffentliche Bibliotheken bleiben von heute an zu
Prerow, Sylt, Zinnowitz – einige unter vielen Zielen von Spandauer Schulfahrten im Jahr 2019. Eine Liste heutiger Sehnsuchtsorte. Von Lorenz Maroldt.
Sich selbst abgemeldet haben die öffentlichen Bibliotheken – nach einer denkwürdigen Vorgeschichte, die im Buch über diese Regierungszeit einen Platz finden wird. Noch im Dezember hatte Kultursenator Klaus Leder dafür plädiert, die Bibliotheken aus sozialen Gründen offen zu halten. Angesichts der bedrohlichen Situation wegen der Virusmutation und der Homeoffice-Appelle riet Lederer aber nach der Corona-Konferenz mit Merkel per Mail den Bezirksstadträten dann doch zu einer Schließung für die kommenden drei Wochen (er selbst ist nur für die ZLB zuständig) – scheiterte damit aber am Mittwoch im Senat: Die Grünen ließen ihn vehement auflaufen. Justizsenator Behrendt argumentierte u.a., die Leute sollen doch ihre ausgeliehenen Bücher zurückgeben können (was zudem seit Jahren bereits kontaktlos geht). Außerdem müssten dann auch die privaten Buchläden dichtgemacht werden.
Am Ende beschloss der Senat: Die Bibliotheken bleiben offen, stellen den Betrieb allerdings um auf Online-Bestellung und Abholung am Tresen. Doch am Freitag erklärten 11 von 12 Bezirken: Das ist organisatorisch und personell nicht zu schaffen – und deshalb bleiben die Bibliotheken jetzt doch geschlossen, und zwar von heute an. Aufrechterhalten wird an einigen Standorten nur ein Notbetrieb, z.B. für Schülerinnen und Schüler.