Nach Absage durch Bezirk-Mitte: Melnyk will Panzer-Ausstellung in Berlin

Noch ist er nicht weg: Der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk hat in einem eindringlichen Appell an Berlins Regierungschefin Franziska Giffey (SPD) die Aufstellung russischen Panzerschrotts in Berlin-Mitte gefordert. „Das zerstörte Kriegsgerät Russlands, das im Herzen Berlins ausgestellt würde, sollte den Menschen in Deutschland ein hautnahes Gefühl von dem brutalen Vernichtungskrieg vermitteln“, sagte Andrij Melnyk dem Tagesspiegel. „Daher sind die Ukrainer schockiert, dass das Bezirksamt Mitte diesen Antrag mit einer absolut fadenscheinigen Begründung abgelehnt hat.“ Die Absage sei „ein echter Skandal“, sagte der noch amtierende Botschafter meiner Kollegin Anna Thewalt.

Die Initiatoren der Ausstellung in Berlin, Enno Lenze und Wieland Giebel, wollen ein ähnliches Zeichen setzen, wie es schon in Prag und Warschau geschafft wurde. Doch nicht nur der Bezirk Mitte reagiert ablehnend auf den Wunsch, die Panzer vor der russischen Botschaft aufzustellen. Die Berliner Senatskanzlei übt sich bisher in völliger politischer Zurückhaltung. Inhaltlich wollte sich niemand zu dem Projekt äußern. Melnyk dagegen sagte, er rufe „die Regierende Bürgermeisterin ganz persönlich dazu auf“, die Entscheidung des Bezirks Mitte zu revidieren. Giffey ist seit gestern aus dem Urlaub zurück. Fortsetzung folgt.