Immobiliengesellschaft versucht, Bedürftige gegeneinander auszuspielen
Wir bleiben noch kurz in Mitte. 50 Ex-Obdachlose sollen kurzfristig aus dem Haus in der Habersaathstraße 40 weichen, um Platz für Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine zu machen. Das teilte die Eigentümergesellschaft des Gebäudes, die Arcadia Estates, über ihre Hausverwaltung mit. Aktivisten der Initiative sehen in der Aktion auch einen Versuch, Geflüchtete gegen Wohnungslose auszuspielen.
Der Bezirk Mitte jedoch stellt sich gegen den Plan der Arcadia: „Das Gebäude kann nicht für die Unterbringung von aus der Ukraine geflüchteten Menschen genutzt werden“ (rbb), denn dafür müsse den Geflüchteten nach Senats-Regelungen eine Perspektive über mindestens sechs Monate geboten werden. Das scheint nicht der Fall zu sein. Das Bezirksamt setzt sich dafür ein, das Projekt fortzusetzen. Ein Auszug erscheine erst notwendig, falls das Gebäude wirklich abgerissen werde, hieß es laut meinem Kollegen Henning Onken. Das Bezirksamt und die Arcadia Estates streiten seit Jahren darüber, ob das Gebäude für Neubauten abgerissen oder erhalten werden soll, um die preisgünstigen Mietwohnungen zu erhalten.