AfD legt eigenes Verkehrskonzept vor

Interessant dürfte (vielleicht) sein, was die AfD-Fraktion zum Thema zu sagen hat, die heute im AGH ihr „Strategisches Konzept Verkehrsvision 2017-2050“ vorstellen will. Bisher sind die Rechtslenker verkehrspolitisch nur mit erhobenem Mittelfinger unterwegs. Die aktuellsten Beiträge aus dem Presse-Mailfach: „Ideologie schlägt Menschenwohl. Mit verfestigtem Autohass wird Individualverkehr mit allen Mitteln ausgebremst (…) und die Mobilität der Stadt linker Ideologie geopfert“ (zum Mobilitätsgesetz). „Den rotrotgrünen Autohassern ging es von vornherein nur darum, mit Taschenspielertricks die Voraussetzungen für Fahrverbote zu schaffen“ (zu Tempo 30 in der Leipziger Straße).

Und die Polizei, die Böse, macht auch noch mit! Achtmal hat sie im ersten Kontrollmonat (der auf eine ebenso lange „Gewöhnungsphase“ folgte) in der Leipziger Straße geblitzt. Während der 22,5 Einsatzstunden wurden 15.616 Kfz gemessen, von denen 550 zu schnell waren. Die Quote von 3,5 Prozent liegt deutlich unter den 9,35 Prozent Schnellfahrern, die laut Polizei im stadtweiten Mittel auf 30er-Strecken erwischt werden. Ob es an der Disziplin der Autofahrer lag oder am Stau oder einfach daran, dass die Kontrollstellen selbst für AfD-Abgeordnete mit zornverweinten Augen auf 100 Meter zu sehen waren, ist nicht bekannt.

Manche, wie Tagesspiegel-Leser Bernd B., sind schon selbst aktiv geworden, um sicherer durch den Verkehr zu kommen. Herr B. hat der online als  Ansprechpartnerin  benannten Mitarbeiterin der Verkehrslenkung die seit Jahrzehnten unverändert saugefährliche Schöneberger Straße beschrieben und um Abhilfe gebeten. Auf die erste Antwort – „Ich bin zurzeit aufgrund von Terminen nicht zu erreichen. Ihre E-Mail wird nicht weitergeleitet“ – folgte wenig später eine zweite, persönliche. Die Sache werde an die zuständige Abteilung weitergeleitet. Und die Spannung steigt.