Auf einen Plausch mit Berlins Chatbot Bobbi

Ein Chatprogramm der Berliner Verwaltung sollte die Nutzer zum Dialog bewegen. Stattdessen dient „Bobbi“ meist als Suchmaschine. Der Checkpoint wagt ein Interview. Von Robert Ide und Teresa Roelcke

Auf einen Plausch mit Berlins Chatbot Bobbi
So könnte "Bobbi" aussehen - wenn er nicht nur ein Chatprogamm wäre. (Symbolbild) Foto: Carmen Jaspersen/dpa

Bobbi, wie geht es Dir? Es geht mir bestens. Was ist Bobbi? Es tut mir sehr leid, leider habe ich zu Ihrer Frage keine passende Antwort gefunden. So kann man sich unterhalten, wenn man mal niemanden zum Reden hat – mit Bobbi, dem Chatbot der Berliner Verwaltung. Der Computer beantwortet auch Fragen zur Corona-Lage. Manchmal aber finden Mensch und Maschine nicht zueinander, wie jetzt eine Parlaments-Anfrage von Bernd Schlömer (FDP) auseinandernimmt. Der Senat stellt jedenfalls mitfühlend fest, dass Bobbi oft als Suchmaschine genutzt wird, sich diese Existenz aber gar nicht ausgesucht hat: „Obwohl der Chatbot zur Eingrenzung der Anfrage immer wieder zu einem Dialog animiert, bleiben die meisten Eingaben der Nutzenden einsilbig.“

Meine Checkpoint-Kollegin Teresa Roelcke hat sich deshalb vielsilbig auf Bobbi eingelassen, hier ihr Dialog mit ihm:

Hallo Bobbi, wie geht’s Dir? Wie ich einer Anfrage entnommen habe, geht es dir nicht gut, wenn dir die Leute zu einseitig schreiben. Wollen wir uns ein bisschen unterhalten?

Ich habe mehrere passende Dienstleistungen gefunden: Fahrerlaubnis, Adoption eines Kindes, Kinderfreibeträge, Unterhaltsvorschuss, Unterhaltsanspruch.

Nein Bobbi, ich wollte nichts zu Unterhaltsansprüchen von Kindern wissen. Ich dachte, du bist einsam und wir chatten ein bisschen…

Ich habe anhand Ihrer Eingabe wichtige Informationen aus dem Bereich Corona gefunden.

Hey, so kommen wir nicht weiter, Bobbi. Ich wollte wissen, ob es dir gut geht?

Willkommen!