Interkulturelle Waldorfschule kämpft ums Überleben
Ganz andere Sorgen hat die Interkulturelle Waldorfschule (IKWS) in Treptow-Köpenick: Wegen rasant angestiegener Mieten am bisherigen Standort müssen Ende 2026 die Klassen 8 bis 12 ausziehen. Spätestens 2028 ist auch für die Grundstufe Feierabend – und wenn bis dahin kein neuer Standort gefunden ist, gilt das für die gesamte Freie Schule, versichert Geschäftsführer Johannes Mosmann am Checkpoint-Telefon. Die IKWS wurde laut seinen Angaben spezifisch als eine Art „Privatschule für alle“ gegründet: einkommensblinde Aufnahme, Türkisch und Arabisch als Zweitsprachen, keine Noten, die Eltern der 311 Schüler zahlen im Durchschnitt nur 120 Euro Schulgeld im Monat. Entsprechend klamm sind die Verhältnisse – die 2016 gegründete Schule hätte schon fast die fünfjährige Wartezeit, bis sie Zuschüsse vom Land bekommen durfte, nicht überlebt.
Mosmann wünscht sich vom Senat nun einen Zuschuss von fünf Millionen Euro für einen Neubau am S-Bahnhof Plänterwald – ein passendes Grundstück wäre gefunden. Vor allem aber: endlich ein neues Schulgesetz. Ohne die finanzielle Verbesserung, die dieser schwarz-rote Zankapfel bedeuten würde, könnte die Schule noch weniger von diesem Vorhaben per Darlehen finanzieren. Stillstand allerorten – nur nicht für die Klassen 8 bis 12. Die beziehen in einem Jahr ein Stockwerk in einem ehemaligen Einkaufszentrum.