Beitrag von Susanne Vieth-Entus

Im Spätsommer 1992 war’s. Freitagabend. Die Lokalredaktion der „Neuen Zeit“ hatte gerade die Frühausgabe fertig, da kamst Du reingeschlendert. Nanu. Du hattest Urlaub, wurdest erst am Montag zurückerwartet. Der Grund? Es gab noch kein Internet und daher nur einen einzigen Weg, herauszubekommen, was sich in der Zwischenzeit im Berliner Senat getan hatte: alle Zeitungen der letzten Wochen durchzublättern. Wir anderen machten das an unserem ersten Arbeitstag nach dem Urlaub, und wollten dann auch um Himmels willen nichts aktuell schreiben. Diese und jede andere Art von Bräsigkeit war Dir immer fremd. Darum durftest Du nach der Neuen-Zeit-Pleite 1994 ja auch direkt mit unserer Chefredakteurin Monika Zimmermann zum Tagesspiegel wechseln. Später hast Du etliche Deiner Neue-Zeit-Schäfchen wieder um Dich versammelt. Zeitung machen ist für mich nichts anderes als: mit Lorenz Zeitung machen. (Susanne Vieth-Entus)