Stummfilmkonzerte in der Hauptstadt: Nach der Berlinale startet das nächste Filmfestival

Vom 5. bis zum 24. März kommen Berliner Filmfans erneut auf ihre Kosten. Das Stummfilmkonzerte-Festival findet zum 23. Mal statt und widmet sich in diesem Jahr Fantasyfilmen. Von Robert Ide.

Stummfilmkonzerte in der Hauptstadt: Nach der Berlinale startet das nächste Filmfestival
Foto: Imago / Joko

Nach der Berlinale, die nach zehn happy Festivaltagen mit einem unhappy Moment endete (Fazit hier), starten auch Berlins Kinos in den Frühling. Und das mit gleich vielen guten Nachrichten. Das vielschichtig bewegende deutsch-türkische Anpassungsdrama „Gelbe Briefe“ des Berliner Regisseurs İlker Çatak, der zurecht den Goldenen Bären mit nach Hause um die Ecke nahm, kommt nächste Woche in alle Kinos (Trailer hier).

Die Lichtspielhäuser erleben gerade einen Aufschwung wie lange nicht; allein die „Yorck“-Gruppe verzeichnete im vergangenen Jahr 5,5 Prozent mehr Besucherinnen und Besucher als im Jahr zuvor. „Seit der Pandemie beobachten wir, wie gerade auch das junge Publikum Kino als Gemeinschaftserlebnis schätzt“, berichtet Geschäftsführer Christian Bräuer dem Checkpoint. Passend dazu erstrahlt das DDR-Premierenkino „International“ wieder mit moderner Technik und in neuem Vintage-Glanz (Rundgang hier). So macht Kino auch im Hellen Spaß.

Und nächste Woche startet schon das nächste Filmfestival: Vom 5. bis 24. März werden im Kreuzberger „Moviemento“, dem „Central“ in Mitte und der Zwölf-Apostel-Kirche in Schöneberg wieder restaurierte Stummfilme mit musikalischer Begleitung gezeigt (Programm hier). Das Stummfilmkonzerte-Festival kommt auch im 23. Jahr ohne öffentliche Förderung aus und widmet sich dieses Mal den Fantasyfilmen. „Die Filme habe ich mit meinem privaten Geld wieder auf die Leinwand geholt und die Vertonung bezahlt“, erzählt Komponist Stephan von Bothmer dem Checkpoint.

Erstmals in Berlin neu aufgeführt wird zum Beispiel der 100 Jahre alte Film „Der Student von Prag“, der als erster Autorenfilm mit einem Drehbuch gilt. „Ich spiele alle Live-Filmmusik an einem Setup aus akustischen Instrumenten und Keyboards, das ich speziell dafür entwickelt habe“, erzählt Stephan von Bothmer. Das Popcorn also bitte leise kauen.