Risikopatient aus „Trompete“ wird vier Tage lang nicht getestet

Apropos Risikobewertung: Von den mittlerweile 58 Infizierten in Berlin tanzten allein 17 im Club „Trompete”. Ein Erkrankter feierte dort am 29. Februar. Die Gesundheitsverwaltung rief alle Gäste des Abends auf, sich auf Covid-19 testen zu lassen. Der Checkpoint sprach mit einem 29 Jahre alten Mann aus Wilmersdorf, der mit seiner Freundin dort war. Vier Tage lang hat er vergeblich versucht, einen Test zu machen. Der Mann ist Risikopatient, hat gerade eine schwere Lungenentzündung überstanden. Seit vergangenem Freitag hätten er und seine Freundin über Stunden versucht, die Coronavirus-Hotline des Senats zu erreichen. Die Bitte um einen Test? Habe das zuständige Gesundheitsamt (außer mit einer automatisierten Mail) bis heute nicht beantwortet. „Wir haben drei Kinder, die Ungewissheit ist für uns eine Katastrophe”, sagt er dem Checkpoint. Am Montagnachmittag fuhr er trotz selbstverordneter Quarantäne zum Virchowklinikum. Alles schon voll – auch für Risikopatienten war nichts zu machen. Am Dienstag wartete er dann mehr als sieben Stunden bis er getestet wurde. „Da habe ich meinen Glauben verloren”, sagt er. Dicht gedrängt saßen die Menschen in dem Zelt, es sei heiß gewesen und „ein großes Durcheinander”. In der Pressekonferenz des Senats erklärte der Regierende Bürgermeister: „Das Berliner Gesundheitssystem ist im Umgang mit dem Coronavirus gut aufgestellt.”