„Ehegattensplitting abschaffen“: Lars Klingbeil zu Gast bei Frauennetzwerk „Frauen 100“ in Berlin
Das Netzwerk „Frauen 100“ hatte zu Flying Dinner und Drinks geladen unter dem Motto „Finanzielle Bildung und wirtschaftliche Unabhängigkeit von Frauen“. Klingbeil war auch zu Gast. Von Anke Myrrhe.
Am Ende des bislang vielleicht schwierigsten Tages seiner Zeit als SPD-Parteichef trat Vizekanzler und Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) gestern Abend in einer Altbauwohnung in Charlottenburg auf, Symbolfarbe: pink. Das Netzwerk „Frauen 100“ hatte zu Flying Dinner und Drinks geladen unter dem Motto „Finanzielle Bildung und wirtschaftliche Unabhängigkeit von Frauen“. Klingbeil wirkte müde, als er um kurz nach 19.30 Uhr in der Knesebeckstraße eintraf: „Der Tag war nicht ganz ohne“, sagte er schmunzelnd und bat erstmal um ein Glas Wasser. Erfrischend sprach er dann erstmal über die Notwendigkeit eines digitalen Gewaltschutzgesetzes nach dem Fall Collien Fernandes und bekannte: „Es kommt jetzt auf uns Männer an.“
Erst danach ging es um Finanzen: Sein Knax-Konto bei der Sparkasse, die Frühstartrente, Ausbau der Kinderbetreuung, was die Regierung gegen Gender Pay Gap und Teilzeitfalle tun will – und warum das Ehegattensplitting abgeschafft werden muss: „Ich höre immer vom Bundeskanzler, wir müssen alle mehr arbeiten“, sagte Klingbeil, „ich kann ihm hier nur ein Angebot machen.“ Mit einer Idee, die viel gesellschaftliche Unterstützung habe und Anreize auflöse, warum Frauen nicht arbeiten. Im Koalitionsvertrag steht das nicht. Aber Klingbeil will schöne Grüße ausrichten – von Frauen, die nicht aufhören werden, Fragen zu stellen.