Umfrage einer Mieter-Initiative: Hohe Unzufriedenheit mit der Gewobag
Eine exklusive Umfrage der „Mieter:innen-Initiative Bülow Ost“ zeigt: 71 Prozent der befragten Gewobag-Mieter sind unzufrieden. Das sind deutlich mehr als bei anderen landeseigenen Wohnungsunternehmen. Von Daniel Böldt.
Unter den sieben landeseigenen Wohnungsunternehmen (LWU) ist die Gewobag so etwas wie der zweifelhafte Onkel, über den auf Familienfeiern niemand so gerne redet. Kaputte Fahrstühle, Müllberge, fragliche Nebenkostenabrechnungen – über all das haben sich Mieterinnen und Mieter in den vergangenen Jahren beschwert.
Die Gewobag wollte es genau wissen und hat 2024 und 2025 jeweils eine Zufriedenheitsumfrage unter ihren Mieterinnen und Mietern durchgeführt. Ergebnis: geheim. „Die von Ihnen angesprochenen Befragungen dienen ausschließlich internen Zwecken“, teilte ein Sprecher dem Checkpoint mit.
Die „Mieter:innen-Initiative Bülow Ost“ hat aus Frust über die Geheimhaltung Anfang des Jahres einfach selbst eine Umfrage durchgeführt. Die Ergebnisse, die dem Checkpoint exklusiv vorliegen, werfen ein Schlaglicht auf die Zustände bei dem Landesunternehmen: 71 Prozent der Befragten gaben an, dass sie als Gewobag-Mieter sehr oder eher unzufrieden sind.
Einwenden ließe sich, dass bei solchen nicht-repräsentativen Umfragen die Unzufriedenen eher bereit sind, teilzunehmen. Interessant ist aber das Ergebnis für die anderen Landeseigenen: Bei diesen sind 61 Prozent unzufrieden – immer noch viele, aber signifikant weniger.
Auch die weiteren Ergebnisse sind wenig schmeichelhaft für die Gewobag: 81 Prozent der Mieter gaben an, ihre Wohnanlage habe sich seit 2024 verschlechtert. Vier von fünf fühlen sich nicht wertgeschätzt. Einem Landesunternehmen mit rund 74.000 Wohnungen sollten diese Zahlen zu denken geben.