Baustadtrat Schmidt dreht auf und schimpft: „Dämlicher Bullshit“

Baustadtrat Florian Schmidt (F’hain-Xberg) dreht im Häuserkampf jetzt richtig auf – einen Kommentar der „Morgenpost“-Kollegin Christine Richter („Der rot-rot-grüne Senat befindet sich in der Krise und löst die großen Probleme nicht“) klassifizierte er gendergerecht als „dämlichen Bullshit“ („Wie die Konservative uns spalten möchte“). Die Beiträge unserer Kollegen Johannes Bockenheimer und Ulrich Zawatka-Gerlach über die fragwürdigen Häuserkaufpläne der Genossenschaft „Diese“ müssten für ihn demnach herrlicher Bullshit sein – über Facebook klärt er über den aktuellen Frontverlauf im Berliner Häuserkampf auf:

Es geht um weit mehr als um Immobilien. Es geht um eine Gesellschaft, die generationen- und klassenübergreifende Solidarität über innovative Modelle pflegt und die langfristig Nachhaltigkeit und sozialen Zusammenhalt durch konsequente Gesetzgebung absichert. Den Begriff Klasse nutze ich im Sinne von Andreas Reckwitz, also nicht marxistisch. In der Gesellschaft kämpfen unzählige Initiativen an verschiedenen Baustellen für einen grundlegenden Wandel. In der Politik stehen sich das liberal-konservative Lager und r2g gegenüber. Ich appelliere an alle, dass wir Verständnis für diese schäumenden Kräfte aufbringen und ihnen nicht böse sind. Denn Sie haben allen Grund, um ihre Pfründe zu fürchten. Wir nehmen ihnen ihre geliebten Renditespielzeuge weg. Lasst uns die Stadt gemeinsam zurückholen! Es wird ein anstrengender und langer Kampf, aber er wird weiterhin Freude machen, uns alle zusammenbringen und erfolgreicher sein, als manche es sich aktuell überhaupt vorstellen können.“

Kleiner Nachtrag: Die „Lex Diese“, die der Hauptausschuss am vergangenen Mittwoch mehrheitlich beschloss, trug die Unterschrift von Michael Müller und (in Vertretung von Finanzsenator Matthias Kollatz) die von Schulsenatorin Sandra Scheeres – mit Klassenkampf kennt sie sich ja aus.

Und noch ein kleiner Tipp (nach einem aufgeregten Wochenende): Wenn Unternehmer, Politiker, Lobbyisten und Aktivisten im Gleichklang erregt „Kampagne!“ rufen, steckt meistens unabhängiger Journalismus dahinter (es sei denn, die Erstgenannten meinen sich selbst).