Müller düpiert ukrainischen Botschafter

Michael Müller schlittert weiter haltlos auf dem internationalen Parkett umher. Anfang April beschuldigte er Donald Trump auf Verdacht als Maskendieb („Das Handeln des US-Präsidenten ist unmenschlich“) – und musste sich mangels Beweisen dafür entschuldigen. Der US-Botschafter nahm‘s schmallippig „zur Kenntnis“. Jetzt brachte Müller mit einer unsensiblen Einladung einen weiteren Botschafter gegen sich auf: Der Regierende Bürgermeister wollte den 75. Jahrestag der Kapitulation deutscher Truppen in Berlin mit Vertretern Russlands, Weißrusslands und der Ukraine am heutigen Sonnabend gemeinsam dort begehen, wo General Helmuth Weidling seine Unterschrift unter den Befehl gesetzt hatte: Im Haus am Tempelhofer Schulenburgring 2, wo sich der Kommandostab der 8. Sowjetischen Gardearmee befand (Müller wohnt übrigens gleich um die Ecke). Nette Idee – nur leider außenpolitisch naiv: Russland, Ukraine… war da nicht mal was? Der ukrainische Botschafter Andrij Melnik sagte irritiert ab:

Nicht einmal im schlimmsten Alptraum könnte ich mir vorstellen, Kränze niederzulegen an der Seite eines Vertreters des Landes, das seit über sechs Jahren zynisch einen blutigen Krieg in der Ostukraine führt.“ Ein gemeinsames Gedenken? „Undenkbar“. Dem Tagesspiegel sagte Melnik, es sei „schade, dass der Regierende Bürgermeister diese haarsträubenden Tatsachen anscheinend übersieht“, und: „Wir Ukrainer würden uns mehr Fingerspitzengefühl und Empathie wünschen.“