Razzia in der Rigaer Straße nach Überfall auf einen Späti
Innensenator Andreas Geisel (SPD) hat gestern einen Erfolg erzielt: Mit der frühmorgendlichen Razzia in der Rigaer Straße und anderswo hat er zum zweiten Mal seit Frank Henkels vermurkstem Räumungsversuch das Zeichen gesetzt, dass die Polizei sich von den Kiezterroristen nicht alles gefallen lässt. Ein Einsatz mit 560 teils bis an die Zähne bewaffneten Beamten nach einem Überfall auf einen Späti erscheint zwar sehr großzügig dimensioniert, aber auch plausibel in dieser Gegend, in der jeder possierliche Streifenwagen mit Steinen beworfen wird und nach der Verhaftung eines Gewalttäters ein Trupp linksradikaler Drohkulissenbauer beim mutmaßlich zuständigen Justizbeamten eingeritten war.
Dass die Sache nicht erledigt ist, zeigt die interne Sicherheitswarnung, die die Polizei nach den Durchsuchungen herausgegeben hat. Angesichts von Drohungen u.a. via Twitter (sind das nicht auch Kapitalistenschweine?) wird mit „dezentralen Aktionen“ gerechnet, also dem leidlich bekannten Repertoire von Brandstiftungen über Schmierereien bis zu Attacken auf Polizeidienststellen. Ein Beamter schließt aus der Warnung, dass der martialische Einsatz in der linksextremen Szene als Provokation aufgefasst werden dürfte und übertrieben gewesen sei. Aber hinterher ist man immer schlauer, während man vorher nie weiß, was in der Rigaer als nächstes vom Dach geworfen wird.