Scholz kandidiert für SPD-Vorsitz
der in diesem Stunden meistzitierte Politikerspruch stammt von Olaf Scholz, seit gestern Kandidat für den SPD-Vorsitz: „Ich halte das mit dem Amt eines Bundesministers der Finanzen nicht zeitlich zu schaffen“, sagte er am 2.6. bei „Anne Will“. Hatte er da die Stunde vergessen, die ihm bei der Umstellung zur Winterzeit geschenkt wird? Oder preist er jetzt das Ende der Großen Koalition ein? Konnte ihm die langjährige CDU-Vorsitzende und Bundeskanzlerin Angela Merkel doch noch erklären, wie das beides geht? Ist ihm Annegret Kramp-Karrenbauer zum Vorbild geworden, die das Amt der Verteidigungsministerin für nicht kompatibel hielt mit dem der Parteichefin, bis sie es übernahm?
Viele Leute mögen es nicht, wenn Politiker „wortbrüchig“ werden. Doch das ist bei der prekären Kandidatenlage der SPD das kleinere Übel, einer der Parteipromis musste raus aus der Deckung. Nur ist Scholz ein Retter mit Blei an den Füßen, die Koalition zieht ihn runter. Er braucht deshalb selbst ganz schnell Hilfe: „Scholz sucht Frau“, lautet heute die Titelzeile im Tagesspiegel. Das Casting in der SPD geht weiter.