Weniger Rente nach Ruderei im Stellenpool

Allerdings gäbe es bestimmt Punktabzug für eine Geschichte, die so gar nichts mit teutonischer Toleranz, sondern mit deutscher Paragrafenreiterei zu tun hat. CP-Leserin Renate W. streitet sich wegen ihrer Rente vor Gericht, was mit der Ost-West-Besonderheit Berlins zu tun hat. Frau W. arbeitete eigenen Angaben zufolge beim Senat, ihr Büro war in Wilmersdorf. 2010, als Berlin noch sparen musste, dass es quietschte, wurde ihre Stelle gestrichen. Frau W. landete im sogenannten Stellenpool des öffentlichen Dienstes. Sie behielt bis zur Rente aber ihren Schreibtisch im früheren Westteil Berlins, während ihre Personalakte zum Dienstsitz des Stellenpools in Lichtenberg (Ost) wanderte. Für die gut zwei Jahre Ruderei im Stellenpool soll sie nun weniger Rente bekommen – so wie alle, die auf dem Gebiet der früheren DDR arbeiteten. Im Sommer 2013 zog Frau W. vors Sozialgericht, weil sich die Rentenversicherung querlegte und auch die Stadt Berlin auf dem Dienstsitz Ost beharrte. Einer muss hier wohl verrückt geworden sein – Frau W. und ihr Schreibtisch sind es jedenfalls nicht. Seither ist Sache jedenfalls in der Schwebe.