Fragwürdiger Präsenzunterricht

Berlin öffnet seine Schulen nach und nach – unabhängig von der Inzidenz, im Unwissen über die englische Virusmutation, die aufs europäische Festland schwappt. Kultursenator Klaus Lederer (Linke) selbst erinnerte nach der Senatssitzung daran, dass erst ab dem 17. Januar feststehe, wie sich die Feiertage auf das Infektionsgeschehen ausgewirkt haben.

SPD-Bildungspolitikerin Maja Lasić verteidigte am Abend den Beschluss: „Wir befinden uns permanent in einer Güterabwägung und rufen massiven Widerstand hervor, egal, was wir entscheiden. Die Abwesenheit von Präsenz hat grobe Nachteile für die Schüler im Sozialen und beim Lernen. Daher ist es nur konsequent, dass Schulen als erste mit einer Teilöffnung bedacht werden“, sagte sie dem Checkpoint.

Lasić räumt Probleme mit der Lernplattform „Lernraum Berlin“ ein, das dürfe nicht wieder passieren, klar, das digitale Versagen sei aber nicht der Grund für die Öffnung der Schulen: „Keine Digitalisierungsoffensive dieser Welt ersetzt die menschliche Erreichbarkeit der Schülerinnen und Schüler – gerade bei Kindern mit besonderem Unterstützungsbedarf.“