Kai Wegner über Tagesspiegel-Recherche zu Falschaussagen

Falls Sie heute privat oder beruflich mit unbequemen Themen und Vorwürfen konfrontiert werden, empfehlen wir folgende drei Sätze:

+ „Die Interpretation entbehrt jeder Grundlage.“
+ „Ich prüfe rechtliche Schritte.“
+ „Dazu ist alles gesagt.“

Immer und immer wieder wiederholte der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) diese Aussagen gestern auf der Senatspressekonferenz, als er auf die neuen Tagesspiegel-Recherchen zum Stromausfall angesprochen wurde (Checkpoint vom 17. März). Was an der Berichterstattung unzulässig sein soll, erläuterte er auch auf mehrfache Nachfrage nicht, sondern wich aus. Finale der etwa zehn äußerst unangenehmen Minuten: „Ich müsste mir den Tagesspiegel jetzt nochmal genauer anschauen.“ Immer eine gute Idee.

Am späten Nachmittag verschickte Wegners Anwalt Christian Schertz dann eine „Pressemitteilung“ (keine Unterlassung), in der er feststellte, er sei „beauftragt worden zu prüfen, inwiefern gegen diese kampagnenartige Formulierung presserechtliche Schritte einzuleiten sind“. Wir sind gespannt und freuen uns auf ein weiteres Kapitel Schertz vs. Checkpoint.