Der Senat will keine zusätzlichen Digitalchefs
Neues aus der Digitalhauptstadt des Universums: „Beabsichtigt die Berliner Verwaltung zukünftig mehr CDO- und/oder CIO-Stellen zu schaffen, um die Digitalisierung der Verwaltung voranzutreiben?“, fragt CDU-MdA Stephan Lenz den Senat. Die Antwort: „Dies wird nicht angestrebt. Zusätzliche Akteure mit diesen Rollen würden die Zuordnung von Verantwortlichkeiten erschweren und aus Sicht des Senats eher ein Hemmnis darstellen.“ Aha. Es kommentiert Heiner Müller: „Natürlich sind zehn Deutsche dümmer als fünf Deutsche!“
Es gibt aber noch Hoffnung! Denn anders als künftige Mitarbeiter im „Dezernat Informationstechnik“ in der ordentlichen Gerichtsbarkeit, die sich per Post und mit einem „ausreichend frankierten Rückumschlag“ bewerben müssen (CP vom 30.6.), heißt es für Interessierte an der Stelle „Referentin/Referent für landesweite IKT-Strategie mit dem Schwerpunkt standardisierter IKT-Arbeitsplatz/Berlin PC“: „Bitte bewerben Sie sich online über den Button ‚Jetzt bewerben!‘“ Oder stellt das jetzt auch aus Sicht des Senats (siehe oben) „eher ein Hemmnis“ dar?
Na Hauptsache, die Verbindung steht. Und, steht sie? „Manchmal wackelt die Verbindung ein bisschen, aber da kann ich nichts dafür“, sagt jedenfalls der wohnungslose Mann, der durch die Winterfeldstraße zieht und die Gäste vor dem Café „April“ bittet, ihm über sein Kartenlesegerät eine kleine EC-Spende für die nächste Übernachtung im Hostel zu überweisen. „Die meisten haben Schiss“, sagt er, „aber ich bin kein Hacker.“
Und zum Gegensatzpaar „Berlin“ und „Digitalisierung“ auch gleich noch die Frage des Tages für Berlinkenner: Wo veröffentlichen die Bezirksämter die Pflichtmitteilungen über Missstände in kontrollierten Lebensmittelbetrieben? Na klar doch: Im Schaukasten am Rathaus (und nicht etwa in diesem Internet).