Soldat auf Abwegen: AfD-Fraktion steht vor der Spaltung
Wir wagen einen knallharten Blick nach Rechtsaußen. Dort hat AfD-Fraktionschef Georg Pazderski höchste Mühe sich im blauen Sattel zu halten. Neun von 22 Abgeordneten sehen keine Grundlage mehr für eine weitere Zusammenarbeit mit ihrem Chef und tun, was Politiker dann eben tun: Sie schreiben einen Brief. Wir zitieren: „Klima des Misstrauens und der Destruktivität“, „jede sachliche Arbeit behindert und unsere Zusammenarbeit nachhaltig beschädigt“, „die Zukunft unserer Fraktion aufs Spiel zu setzen“. Unter den Abgeordneten ist sogar von Spaltung die Rede. Anlass des Schreibens ist der mögliche Finanzskandal um Pazderskis Vertrauten Frank-Christian Hansel, der Grund der schleichende Machtverlust des Fraktionschefs. Für den Ex-Oberst kommt der Brief besonders ungünstig, hatte er doch erst am Montag im sogenannten „Hauptstadt TV“ glamourös seine erneute Spitzenkandidatur verkündet (Relevanz-Vergleich: Der AfD-Rechtsextremist Andreas Kalbitz geht für gemütliche Interviews einfach zum rbb). Aber ein Soldat mit Marschbefehl lässt sich nicht beirren: „Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir diesen Streit beilegen und dann alles wieder so läuft, wie ich mir das vorstelle“, sagte Pazderski meinem Kollegen Robert Kiesel. Wenn nur alles immer liefe, wie ich, ich, ich mir das vorstelle…