Niemand hat die Absicht, Radwege zu stoppen. Oder etwa doch?

Und gleich nochmal Stopp! Verkehrssenatorin Manja Schreiner („Ich möchte klarstellen, dass ich keinen Stopp der Radwegplanung angeordnet habe“, 16.6.) hat einen Radwegstopp für fünf Radwege angeordnet. Fast die Hälfte der elf geprüften Radwege bedarf einer „gesamtheitlichen, verkehrlichen Überprüfung“, teilte die Verkehrsverwaltung am Mittwoch (5.7.) mit. Betroffen sind Projekte in der Sonnenallee, Stubenrauchstraße, Siegfriedstraße, Grunewaldstraße, Berliner Straße und Hauptstraße. Sechs andere dürfen gebaut werden (Liste hier).

Wieso der Stopp? „Nicht verkehrspolitische Ideologie hat zu den Entscheidungen geführt, sondern allein die Verträglichkeit für alle Verkehrsteilnehmer“, sagte Schreiner. Heißt übersetzt: Niemand soll verlieren, alle gewinnen. Wie das klappen soll? Unklar. Die kommenden Monate werden zeigen, ob Schreiner eine Idee hat. Oder ob sich die ungleich starken und unterschiedlich bevor- und benachteiligten Verkehrsteilnehmer plötzlich und quasi-magisch vertragen sollen – und Schreiners Position nicht doch, nun ja, Ideologie ist.