Zirkus Cabuwazi wird auf dem Tempelhofer Feld jetzt geduldet

Seit drei Jahren residiert der gemeinnützige Zirkus auf dem Tempelhofer Feld. Laut Tempelhofgesetz muss er weichen. Nun gibt es eine typische Berliner Lösung.

Zirkus Cabuwazi wird auf dem Tempelhofer Feld jetzt geduldet
Foto: Kai-Uwe Heinrich

Mit einem Zaubertrick aus dem Handbuch „Der pfiffige Berlin-Bürokrat“ zieht sich die Umweltverwaltung aus der Zirkusaffäre Cabuwazi: Nach monatelanger Vorbereitung hatte der Weltmetropolensenat vergangene Woche eine akrobatische Unzuständigkeitsnummer aufgeführt (Dauer 20 min; CP v. 27.11.) – am heiligen Tempelhofer Feld wollte niemand ohne Netz vom Trapez fallen. Umweltsenatorin Regine Günther (Grüne) wollte den gemeinnützigen Zirkus nicht länger am Columbiadamm stehen lassen – wegen des Tempelhofgesetzes, das eine dauerhafte Bebauung auf dem Feld verbietet. Mehrere Senatsverwaltungen stritten deshalb darüber, wer die dadurch nötigen Umzugskosten bezahltJetzt reicht ein 12-zeiliges Schreiben des Sachbearbeiters an den Zirkusdirektor, und zack: schon sind in letzter Minute alle Probleme verschwunden wie das Kaninchen im Hut von Harry Houdini. Lesen wir mal rein (leicht gekürzt):

1) „Die am 1.12.2016 erteilte Genehmigung für den Aufbau und Betrieb des Zirkusstandorts Cabuwazi auf dem Tempelhofer Feld läuft am 5.12.2019 aus. Eine Verlängerung kann ich nicht genehmigen.“

2) „Die Genehmigung erhält eine Rückbauverpflichtung. Von dem Vollzug der Rückbauverpflichtung sehe ich bis auf Weiteres längstens für einen Zeitraum von 3 Jahren ab. Bis dahin wird der weitere Verbleib des Vorhabens am bestehenden Standort geduldet.“