Die Berliner/innen der Woche

Der Checkpoint vergibt Medaillen an verdiente Berlin/erinnen – die Bildungssenatorin, Chewbacca und auch die AOK waren im Rennen. Gold ging jedoch an zwei alte Bekannte. Von Lorenz Maroldt

Die Berliner/innen der Woche

Kommen wir also zur Vergabe der Medaillen der Woche:

Bronze:

Hier gab es einige Nominierte. Auf die Shortlist schaffte es z.B. Muhanad Al-Halak, der im Alter von elf Jahren aus dem Irak nach Deutschland floh, später als Abwassermeister arbeite und jetzt für die FDP in den Bundestag einzogJoana Nietfeld hat ihn hier portraitiert (Abo).

Entschieden hat sich die Jury aber schließlich für Bildungssenatorin Sandra Scheeres – sie bescherte der Stadt in dieser Woche mit einem kleinen Trick doch noch einen vorzeitigen Weihnachtsferienbeginn am 23. Dezember (geplant war eigentlich der 24.12.). Deswegen wird die Bronzemedaille diesmal ausnahmsweise in der Geschmacksrichtung Lebkuchen überreicht.

Silber:

Auch hier gab es eine Überraschungsgewinnerin – der zweite Platz ging einstimmig an BER-Chefin Aletta von Massenbach (siehe oben). Nach dem Chaos am ersten Ferienwochenende hatte sie ihre Leute zur Unterstützung der überforderten Airlines ins Terminal geschickt, mit Erfolg: Eine Schlagzeile wie „Keine Probleme am Flughafen“ gibt es in keiner anderen Stadt der Welt – bei uns ist das ein Fall fürs Historische Museum.   

Gold:

Das war ganz schwer in dieser Woche… Eine heiße Kandidatin war die AOK, und das kam so: Der Pöbelrapper Fler hatte mal wieder diversen Journalisten einen Hausbesuch angekündigt, Anlass war die Berichterstattung über eine Prozessniederlage. Auch unserem Reporter Alexander Fröhlich kündigte er an, dessen Adresse herauszufinden und schrieb abfällig über ihn bei Twitter, dass er wohl nochmal den Harten raushängen lasse, „bevor er morgen wieder zur Prostata-Vorsorgeuntersuchung gehen muss“. Das rief die AOK auf den Plan, die Antwort der Krankenkasse: „Hallo Herr Fler, Vorsorge ist wichtig! Wir drücken schon mal die Daumen, dass die rektale Tast-Untersuchung Deiner Prostata auch nichts Beunruhigendes ergibt.“ Und angehängt war auch noch ein lustiges Video zum Thema.

Gold verdient hätte auch der/die unbekannte Berliner/in für die Idee, die Interessenten an seiner/ihrer Wohnung per Voicemessage zu sortieren – die Aufgabe: Wie die „Star Wars“-Figur Chewbacca zu brüllen. „The best Chewbacca impersonation gets a first look and first offer. In other words: wins the apartment“, stand auf dem entsprechenden Flugblatt im Gräfekiez. Übrigens: Bei Youtube gibt’s ein Tutorial: „Roar like Chewbacca“ – and may the force be with you!“ (via „Notes of Berlin“).

Aber die Berlinerinnen der Woche sind natürlich unsere Checkies Ann-Kathrin Hipp und Nadine Voß – mit ihrer herrlichen BER-Perfomance haben sie den nationalen Reporterslam gewonnen, aber sowas von verdient! Ihren Auftritt (11:36) können Sie sich hier nochmal anschauen.

Bleibt noch Blech:

Vielleicht die AfD-3G-Verweigerer, die auf einer Extratribüne im Bundestag Platz nehmen mussten? Der Mitarbeiter des BA-Friedrichshain-Kreuzberg, der 150 Gäste einer Gay-Party im Berghain unfreiwillig per Mailpanne outete? Der Ingenieur, der die Zwischendecke im Dathe-Gymnasium so dämlich installierte, dass sie schon ein Jahr später wieder herunterkrachte?

Nein, in dieser Woche bekommt Blech das Bezirksamt Spandau – auf vier Fragen zu geplanten Photovoltaikanlagen auf Dächern lautete hier die immer gleichbleibende Antwort: „Keine“. Und das sind nicht nur mit Bick auf das herrliche Wetter heute ziemlich trübe Aussichten.

Zweierlei haben wir noch: