Freie Wahl beim Impfstoff
Zur realen Realität gehört allerdings auch, dass derzeit überall Impftermine frei sind. Martin Matz, Staatssekretär in der Gesundheitsverwaltung, twitterte gestern Abend, es seien kurzfristig Termine für Biontech im Velodrom und für Moderna in Tempelhof verfügbar, weil neue freigegeben wurden. „Das sollte sich in Berlin herumsprechen.“ Da helfen wir doch gern.
In den Arztpraxen sind die Kühlschränke voll, die Wartezimmer leer. „Wenn ich die Leute eine Stunde nach der Mail mit der Bitte um Impftermin anrufe, haben sie schon einen Termin woanders“, berichtet eine Ärztin in Tempelhof. „Das war der einfache Teil der Impfkampagne“, sagt ein Sprecher des Gesundheitsstadtrats Falko Liecke (CDU). Der Regierende setzt auf das kreative Potenzial der Stadt und wünscht sich Schwerpunktimpfungen, mobile Teams und Sonderkontingente für Studierende. In Neukölln hält man davon wenig: Weil das nicht die Richtigen erreiche. Die Bezirke hätten (hätten sie nur eigenen Impfstoff) zum Beispiel die Einschulungsuntersuchungen nutzen können, um die Eltern zu fragen: „Sind Sie schon geimpft?“ Blöd nur, dass viele der Untersuchungen auch in diesem Jahr ausgefallen sind: In Neukölln waren es immerhin nur zehn Prozent (390 Kinder), in anderen Bezirken wie Pankow und Marzahn-Hellersdorf allerdings rund 50 Prozent (2140 bzw. 1480 Kinder). Hätte, hätte, so oder so: Für diese kreative Idee ist es ohnehin zu spät. Die Untersuchungen sind gemacht (oder auch nicht), in gut vier Wochen beginnt die Schule wieder...