Gold
Gold wert ist Angela Merkels Musikgeschmack, wie wir gestern erfuhren: Für ihre Abschiedszeremonie vor dem Reichstag wünscht sie sich nicht nur „Für mich soll’s rote Rosen regnen“ von Hildegard Knef, sondern auch Nina Hagens DDR-Hit „Du hast den Farbfilm vergessen“. Aber da der bald Ex-Kanzlerin beim Großen Zapfenstreich sicher ausreichend Aufmerksamkeit zuteilwerden wird, wollen wir die Goldmedaille einer Person verleihen, deren Namen wir nicht kennen. Und der sich um diejenigen kümmert, deren Namen am Ende ihres Lebens scheinbar niemand mehr kannte: dem Friedhofsangestellten des Alten Domfriedhofs St. Hedwig in Mitte. Dort werden unter anderem einsam Verstorbene bestattet – dicht an dicht in kleinen Urnengräbern. Hier arbeite „ein Mann und beerdigt oft als einzig (!) Anwesender täglich viele der aus der Gesellschaft Gefallenen. Er tut dies mit so viel Respekt und Würde“, schreiben uns Kerstin und Frank Buschenhagen. Für seinen Dienst an der Menschlichkeit habe der namenlose Friedhofsmitarbeiter eine Medaille „wirklich verdient“. Finden wir auch.