Unzählbare unsichtbare Restaurants: Wie Ghost Kitchen in Berlin funktionieren
Lieferando und Wolt beobachten einen Aufwärtstrend der Ghost Kitchens: Großküchen ohne Gastraum, die Essen für Lieferbestellungen kochen. Diese Brands existieren nur online. Von Jessica Gummersbach und Valentin Petri.
Wer das Restaurant nicht findet, bei dem er online bestellt hat, wurde vermutlich aus einer Ghost Kitchen beliefert. Ein pfiffiges Geschäftsmodell: Sogenannte Virtual Brands, die nur online existieren lassen in Ghost Kitchen (Großküchen ohne Gastraum) für Lieferbestellungen kochen. Neu ist das nicht. Wie viele davon inzwischen aktiv sind, bleibt dennoch unklar. Die DEHOGA konnte auf Checkpoint-Anfrage keine Zahlen nennen. Lieferando zufolge ist derAnteil an Virtual Brands 2025 zwar gestiegen, liegt deutschlandweit aber im unteren einstelligen Prozentbereich. Ghost Kitchen kämen auf weniger als ein Prozent. Auch Wolt beobachtet einen Aufwärtstrend.
Dass es funktioniert, zeigt das Pizzeria-Start-up „Milano Vice“. Es startete als Virtual Brand, betreibt inzwischen aber drei „echte“ Restaurants in Berlin, weitere sind geplant. Das virtuelle Modell habe geholfen, Nachfrage in neuen Kiezen zu testen – ohne hohe Investitionen. Wo es funktioniert, entstehen dann reale Läden, schreibt eine Sprecherin. Das hat auch Vorteile, schreibt die Verbraucherzentrale: große Auswahl und potenziell günstige Preise, da auf Gastraum und Service verzichtet wird. Ein Nachteil sei die mangelnde Transparenz. Das wenig überraschende Fazit: „Wenn das Modell gut läuft, könnten es immer mehr werden.“