Debatte über Mobilität: Senatorin Bonde will autonome Autos fördern – Experten für mehr ÖPNV
Wie viel Auto braucht Berlin? Beim gemeinsamen Forum von Tagesspiegel und RBB gestern Abend hat Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) dazu eine klare Haltung geäußert: autonomes Fahren soll in mehreren Bezirken getestet werden. Von Christian Latz und Marie Nadler.
Wie viel Auto braucht Berlin? Der Frage widmete sich am Dienstagabend ein Forum von RBB und Tagesspiegel in der RBB-Dachlounge am Theodor-Heuss-Platz. „Wir wollen dahinkommen, dass nicht jeder ein eigenes Auto benötigt“, sagte Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU). Autonomes Fahren werde dafür „der Gamechanger“. Und auch wenn man es noch nicht sieht, die Arbeiten daran laufen auf Hochtouren. Derzeit werde das Testgebiet vorbereitet, wo die Autos künftig von selbst fahren sollen. „Das wird in Spandau sein. Das wird in Reinickendorf sein und im Norden von Charlottenburg“, sagte Bonde.
Bei fahrerlosen Autos allein wollte es Verkehrsaktivisten Ragnhild Sørensen dagegen nicht belassen und forderte mehr Investitionen in ÖPNV und Radverkehr statt der Tangentialverbindung Ost. Verkehrsforscher Gernot Liedtke wiederum brachte eine City-Maut ins Spiel – und plädierte zugleich für Tempo 50 an Hauptstraßen. Wo sich eigentlich alle einig waren: Berlins Ampelschaltungen sind alles, nur nicht intelligent. Doch schlauer als heute können sie nicht werden, räumte Bonde ein. Gemeinsam mit Daten von Google hat die Senatsverwaltung versucht, den Verkehr flüssiger zu machen. Ohne Erfolg. Schuld sei das zu wenig konzentrierte Straßennetz, erläuterte Liedtke: So halten sich am Ende alle gegenseitig auf.