wann waren Sie zuletzt am Checkpoint Charlie? Zugegeben, kein besonders attraktives Ausflugsziel. Eigentlich weltgeschichtlich relevant, verkommt er seit Jahren zu einer Art DDR-Disneyland mit Ramschbuden und Hütchenspielern. Versuche, das Dauerprovisorium zu beenden, sind bisher gescheitert. Gerade tut sich (mal wieder) etwas: Seit zwei Wochen läuft ein europaweiter Wettbewerb für die Gestaltung eines „Bildungs- und Erinnerungsorts“. Landschaftsplaner, Architekturbüros und Ausstellungsgestalter sollen Ideen liefern; der Bund stellt knapp 1,6 Millionen Euro in Aussicht.
Derweil gibt‘s eine neue „Attraktion“ im Kuriositätenkabinett: eine „Photobooth“ verspricht „kreative AR-Fotos“. Der Werbespruch deutet an, wohin die Reise geht: „Mach dein Spaßfoto mit Geschichte!“ Mithilfe von Augmented Reality kann man sich für 5 Euro mit einem Döner-Hut fotografieren lassen. Oder mit Sonnenbrille im Stasi-Büro. Oder mit Pelzmützen hinter der Berliner Mauer, auf der geschrieben steht „Let me out“. Dazu der Spruch: „Zu spät – die Kamera hat dich.“ „Läuft richtig gut, vor allem bei Jugendlichen“, sagt ein benachbarter Standbetreiber dem Checkpoint. „Die finden das halt lustig.“
Betrieben wird die Fotobox von der Firma Cosmoproducts. Die Resonanz sei sehr gut, schreibt Geschäftsführer Martin Baack auf Checkpoint-Anfrage. Man wolle „Geschichte erlebbar machen, mit einem Augenzwinkern“.