Weiter Probleme beim Impfmanagement

Bis zum wichtigen Piks dauert es für einige Berechtigte sehr lange. Neben viel Kritik am Impfsystem gibt es aber auch Lob von Geimpften. Von Lorenz Maroldt.

Weiter Probleme beim Impfmanagement
Foto: Jens Büttner/dpa

Wenn es wenigstens mit dem Impfen vorangehen würde – doch ausgerechnet jetzt mehren sich die Fehlermeldungen – einige Beispiele:

+ Während noch immer vorerkrankte 80-jährige auf eine Impfeinladung warten, obwohl sich die Angehörigen seit Januar um einen Termin bemühen, berichten andere, dass sie bis zu drei Aufforderungen bekommen haben (von denen sie natürlich nur eine in Anspruch nahmen).

+ Die von der Gesundheitsverwaltung für die Impfzentren eingesetzte Terminsoftware „Doctolib“ (eigentlich entwickelt für Arztpraxen) ist offenbar mit dem Management überfordert – so werden deutlich früher verfügbare Termine nach undurchschaubaren Kriterien mal angezeigt und mal nicht. (Q: algorithmwatch.org)

+ In einzelnen Fällen stehen Impfberechtigte trotz eines Termins 45 Minuten vor den Impfzentrum Tempelhof an – und werden am Ende wieder weggeschickt, weil sie nicht auf der Liste gefunden werden.

+ Oberstufenlehrer bekamen zwar am letzten Schultag Impfeinladungen, konnten allerdings keine Termine buchen – es wurden (wie auch oft beim Bürgeramt) online erst gar keine freien angezeigt.

Aber es gibt auch gute Rückmeldungen, wie diese von CP-Leser Rolf Schumann: „Ich hatte heute meinen Impftermin in Tempelhof und entgegen meinen Befürchtungen geschah Folgendes: Die bestellte Taxe kam pünktlich, auf dem Impfgelände habe ich nur freundliche Mitarbeiter angetroffen. Ich wurde völlig problemlos geimpft, die Prüfung meiner Unterlagen ging ohne Wartezeit, der Taxischein wurde ausgestellt, im Ruheraum gab es ein Glas kaltes Wasser, bis zum Taxi wurde ich wieder betreut. Also alles perfekt organisiert. Danke.“

Und was pragmatisches Impfmanagement bedeutet, erlebten am Wochenende Testwillige am Krankenhaus Havelhöhe. Die Schlange reicht um die alte, morsche Villa herum, getestet wird aus dem Fenster, aus den Boxen erklingt coole Musik. Da kommt ein Mediziner heraus: „Bei mir haben eben ein paar Leute ihre Termine nicht wahrgenommen“, sagt er, „will hier jemand? Bei uns verfällt nix.“ Nachfrage: „Jetzt?!“ Antwort: „Haben Sie Wichtigeres vor?“ Also rein, Ärmel hoch, Spritze rein. „Glückwunsch“, sagt der Arzt, „bis in zwölf Wochen dann“.