Gegen Einsamkeit im Alltag: In Tegel gibt’s jetzt eine Plauderkasse im Supermarkt
Gegen die zunehmende Gesprächslosigkeit der Großstadt: In Reinickendorf lädt ein Supermarkt zweimal pro Woche zur „Plauderkasse“ ein. Langsames Einpacken ist hier ausdrücklich erlaubt. Von Valentin Petri.
Miteinander in Verbindung bleiben – wie geht das in einer über sich hinauswachsenden Stadt? Die zunehmende Berliner Gesprächslosigkeit wird nun an einer Supermarktkasse bekämpft, und zwar im gegen die Einsamkeit sowieso engagierten Bezirk Reinickendorf. Ein Rewe in Tegel bietet dienstags und donnerstags eine „Plauderkasse“ an. Wer jemanden zum Reden braucht, findet bei Kassiererin Gabriele Bathel Zuspruch und ein offenes Ohr. Langsames Einpacken ist explizit erwünscht.
„Es gibt viele, die wollen sich nicht outen, dass sie niemanden zum Reden haben“, berichtet Barthel, als sie kurz nach ihrer Schicht noch mit dem Checkpoint plaudert. Mit den Kundinnen und Kunden redet die Kassiererin mit 40 Jahren Berufserfahrung sowieso gern. „An der Plauderkasse ist es super, da kann man sich Zeit lassen“, erzählt sie vergnügt. „Man redet über Gott und die Welt.“ Plauderkassen wünscht sie sich überall in Berlin. „Die Welt ist so kalt, ein bisschen Wärme schadet niemandem.“ Unserer Stadt sowieso nicht.