Führende Mediziner fordern: Lockdown jetzt

Und dann haben wir noch drei führende Mediziner der Hauptstadtregion nach ihrer Meinung gefragt – die Antworten sind so klar wie ein Fläschchen Impfstoff: Sie fordern einen landesweiten Lockdown – Geschäfte, Schulen und Verkehr müssten heruntergefahren, Kontakte drastisch reduziert werden.

+ Rüdiger Heicappell, Impfarzt und Direktor der Asklepios-Klinik im märkischen Schwedt (hat bereits mehr als 1000 Menschen in Berlin und Brandenburg geimpft): „Wir befinden uns in einem biologischen Kriegszustand. Es kann nicht sein, dass jeder Dorfschulze entscheiden kann, ob Atomwaffen oder Pfeil und Bogen eingesetzt werden. Wir müssen drei Wochen alles herunterfahren, am besten bundesweit. Und in dieser Zeit gewissenhaft das Massenimpfen vorbereiten.“

+ Jörg Weimann, Chefarzt und Experte für Intensivmedizin der Berliner Ärztekammer: „Wird kein harter Lockdown verhängt, werden sich die Krankenhausbetten rasant mit Covid-19-Patienten füllen. Unabhängig vom Chaos um den Astrazeneca-Impfstoff braucht das Land jetzt eine Pause von zumindest drei Wochen.“

+ Patrick Larscheid, Amtsarzt in Reinickendorf: „Jetzt nützen nur noch schärfere Schutzmaßnahmen. Ein dreiwöchiger Stopp kann verhindern, dass sich die Lage dramatisch zuspitzt.“

Für die Impfkampagne gibt es jetzt übrigens Larscheid-Videos in 15 Sprachen (u.a. in Tigrinya, Urdu, Farsi) – und damit er gleich als Arzt erkannt wird, hat sich „Pätrick“ (so stellt er sich jedenfalls vor) ein Stethoskop umgehängt.