Wären nicht auch in Berlin Tempo-40-Zonen sinnvoll?

Nur auf einem Bruchteil der Berliner Straßen gilt Tempo 40. Dabei dürfte das ein weithin akzeptabler Kompromiss sein. Ein Erfahrungsbericht von Checkpoint-Autor Stephan Jacobs.

Wären nicht auch in Berlin Tempo-40-Zonen sinnvoll?
Foto: POP-EYE/imago images

Ein interessantes Detail zum Thema Verkehrssicherheit ergibt sich aus der Senatsantwort auf eine Anfrage von Sven Kohlmeier (SPD), der seit Wochen für Vollbeschäftigung in der Verkehrsverwaltung sorgt und sich mit regelmäßigem Gemecker via Twitter als aktivster Oppositionspolitiker in der Koalition profiliert. Kohlmeier ließ sich das Berliner Straßennetz nach Art, Lage, Radwegen und Tempolimits aufdröseln – und siehe da: An gerade mal 5,7 von 6635 Straßenkilometern gilt Tempo 40. Dabei dürfte das ein weithin akzeptabler Kompromiss zwischen zügigem Vorankommen und mehr Verkehrssicherheit auf Hauptstraßen sein.

Diese Erfahrung habe ich gerade selbst gemacht während des Urlaubs im Nicht-mehr-Risikogebiet Schweden. Nach der Rückkehr von dort fühlt man sich im Berliner Straßenverkehr um mehrere Zivilisationsstufen zurückgeworfen: Die Selbstverständlichkeit, mit der hier selbst durch kleinste Wohnstraßen gerast wird und Autofahrer (vielleicht sogar ohne böse Absicht) radelnde Grundschulkinder vor sich her und durch Vorbeidrängeln in die Parkspur schieben, ist in Schweden unvorstellbar. Und in Ystad tun sich Abgründe nicht nur bei Mankells Wallander auf: Wer auf der Hauptdurchgangsstraße unbedingt schneller als die erlaubten 50 fahren möchte, bekommt dort durch eine mit Tempomessung verbundene versenkbare Platte im Belag einen Schlag verpasst, den er und das Auto so schnell nicht vergessen.