Was bringen Demos gegen Rechtsextremismus?
Laut war es auch am Wochenende bei etlichen Demonstrationen gegen Rechtsextremismus – die größte mit mehr als 150.000 Menschen in Berlin. Doch nach dem demonstrativen Hochgefühl macht sich bei einigen Katerstimmung bemerkbar, und es drängen sich Fragen auf: Sind 150.000 Menschen auf einer Kundgebung, bei der es um das Wesentliche unserer Gesellschaft geht, in einer Stadt wie Berlin wirklich viel? Wollten dort tatsächlich alle dasselbe, oder doch zumindest das Gleiche? Und bringt das eigentlich was?
Eine „Brandmauer“ sollte die Menschenkette darstellen, aber wo genau diese steht, darüber gibt es keinen Konsens. Etliche Gruppen im Organisationsbündnis verfolgen vor allem ihre Partikularinteressen, die oft im Widerspruch zueinanderstehen. Und viele, die als Bürgerinnen und Bürger nur eines wollten, nämlich ihre Sorge vor extremistischen Bestrebungen zum Ausdruck zu bringen, waren irritiert bis abgestoßen von einigen der Reden. Nur der Menschrechtsaktivistin Düzen Tekkal gelang es, frei von Polemik und der Suche nach billigem Applaus alle einzuschließen, die das verteidigen wollen, was auch Grundlage dieser Demonstration war: den demokratischen Rechtsstaat.
Wie es jetzt weitergehen kann, habe ich hier im Tagesspiegel beschrieben.