Verblüffend begründet: Potsdams Neun-Euro-Ticket kostet bis zu 25,80 Euro
Wer sein „ViP-Abo“ bei den Stadtwerken Potsdam in zehn Monatsraten bezahlt, muss für sein Berlin ABC-Ticket deutlich draufzahlen. Mit verblüffender Begründung. Von Christian Latz.
Deutschland genießt in vollen Zügen das Neun-Euro-Ticket. Nur auf Sylt klammern sie sich verängstigt an die Champagnergläser: „Die ersten Punker sind schon da“, meldet die „Bild“ und sieht die Insel vor dem großen „9-Euro-Stresstest“. Kommen wir lieber schnell zum Mathetest mit dem Checkpoint und folgender Frage: Wenn das Neun-Euro-Ticket neun Euro im Monat kostet, wie viel zahlt man nun monatlich in Potsdam? Genau: Bis zu 25,80 Euro.
Zumindest, wenn man sein „ViP-Abo“ in zehn Monatsraten pro Jahr bezahlt. Bei diesem Abo gewähren die Stadtwerke Potsdam den Fahrgästen zwei vermeintliche Gratismonate – nur um sie den Rest des Jahres entsprechend mehr zahlen zu lassen als Kunden mit zwölf Monatsraten. Würden sie zwischen Juni und August nun nur je neun Euro berappen, fiele ihre Ersparnis größer aus, argumentieren die Stadtwerke – und schlagen zum Ausgleich bei einem Berlin ABC-Ticket noch 16,80 Euro drauf. „Wie Sie sehen, kommen alle Abonnementkunden gleichermaßen in den Genuss, für drei Monate lang alle Nahverkehrsmittel bundesweit für 9 Euro je Monat nutzen zu können“, kommentiert ein Stadtwerke-Sprecher das mathematische Wunder des ViP-Abos. Nun ja. Immerhin geht es damit auch bis nach Sylt zu den echten VIPs.