Verwirrung um „Wegweiser“: Anleitung für Briefwahl in Berlin-Mitte vermutlich falsch verschickt

Die postalische Stimmabgabe ist eine Zettelwirtschaft, die ohne Anleitung auf viele überfordernd wirkt. Berlin spart aber ausgerechnet dort mit entscheidenden Hinweisen. Von Lorenz Maroldt.

Verwirrung um „Wegweiser“: Anleitung für Briefwahl in Berlin-Mitte vermutlich falsch verschickt
Foto: imago/Mauersberger

Immerhin gibt es berechtigte Hoffnung, dass auch die letzten Wahlbenachrichtigungen bis zum 13. Februar zugestellt werden. So freut sich RTL-Radiomoderator Hans Blomberg per Mail an den Checkpoint darüber, dass seine Briefwahlunterlagen innerhalb von nur zwei Tagen angekommen sind („Top!“). Allerdings grübelt er über den beiliegenden „Wegweiser“. Darin wird zwar beschrieben, wie mit der BVV-Wahl zu verfahren ist („Stimmzettel mit orangenfarbenem Rand in den blauen Stimmzettelumschlag legen und zukleben. Die Versicherung an Eides statt zur Briefwahl auf dem Wahlschein mit Datumsangabe persönlich unterschreiben. Wahlschein und blauen Stimmzettelumschlag zusammen in den roten Wahlbriefumschlag stecken und zukleben“) – aber wohin mit den beiden Stimmzetteln für die Abgeordnetenhauswahl?

Tja, auch hier hilft leider die Startseite des offiziellen Senatsportals „berlin.de“ nicht wirklich weiter (siehe oben: „…können an den Straßenrand gelegt werden“). Und selbst der praktische Baumarkt um die Ecke verspricht mehr, als er halten kann („Wie wo was weiß Obi“) – hier lautet die Empfehlung: „Bitte Ware die Sie nicht finden in den Eimer legen.“ Es kommentiert die große italienische Philosophin Sophia Loren: „Im Leben muss man dauernd zwischen Aufrichtigkeit und Höflichkeit wählen.“

Update: Vermutlich handelt es sich bei dem verschickten Wegweiser um das Exemplar für diejenigen, die nur für die BVV abstimmen dürfen (d.h. EU-Bürger und 16- bzw. 17-Jährige). Der zuständige Bezirk Mitte hätte dann die Wahl-Wegweiser vertauscht.