Müller verteidigt sein Berlin

Der Regierende Bürgermeister sieht sich indes nicht als Oberhaupt einer „failed city“. Solche Begriffe seien billige Effekthascherei und Polemik, sagt Michael Müller (SPD) in einem Interview mit der „Berliner Zeitung“. Der Regierende weiter: „Alles, was nicht funktioniert wird kritisch, teils auch überzogen kritisch begleitet. Alles, was funktioniert, ist für Deutschland ein Impuls.“ Da geht einem der Impuls ja gleich auf 180.

In dem Gespräch verteidigte Müller auch die Berufung des früheren Bundesrichters Stefan Paetow zum Gutachter im Streit um die Offenhaltung des Tegeler Flughafens. Während die FDP-Opposition den Spitzenjuristen als „SPD-nah“ bezeichnet – die Sozialdemokraten hatten ihn vor zehn Jahren als Berliner Verfassungsrichter ins Gespräch gebracht (CP von gestern) –, versichert Müller, dass Paetow neutral und unabhängig arbeiten werden; vom Richter, dessen Rolle vom Schlichter zum Gutachter mutierte, war am Mittwoch erst mal nichts weiter zu hören. Ist vielleicht auch besser, denn heute treffen sich die Eigner der Flughafengesellschaft (Berlin, Brandenburg, Potsdam) zu einer vorgezogenen Gesellschafterversammlung in Potsdam. Thema: Wollen Brandenburg und der Bund auf die 56 Prozent hören, die vor vier Wochen pro Tegel abstimmten? Im Augenblick stellen sich B & B eher taub.