Ich und meine Maske

Wir bleiben im Bereich Jugendkultur: Ich und meine Maske. Was Berlins Maskenträger Nummer 1 schon 2008 besungen hat, wird dieses Jahr nochmal ganz groß Thema: Brauchen wir eine Mundschutzpflicht? Eine Dringende Empfehlung? Reicht ein Hinweis? Sido rappte damals: "Heut' und für ewig, Ich und meine Maske // Sie kann mit mir reden, ich verdank' ihr mein Leben // Auch wenn ich sie hasse." Gut, "Heute und für ewig" wird es hoffentlich nicht sein, aber es gibt starke Indizien dafür, dass Masken die Ausbreitung des Coronavirus verlangsamen: In Jena gibt es seit acht Tagen keine Infektionen mit Covid-19 mehr. Seit knapp zwei Wochen gilt in der thüringischen Stadt eine Maskenpflicht in Bussen, Bahnen und Supermärkten, seit einer Woche auch am Arbeitsplatz. Ob das momentane Abebben der Fälle einzig an der Maskenpflicht liegt? Unklar. Jenas Oberbürgermeister Thomas Nitzsche (FDP) ist aber sicher, dass die Pflicht geholfen hat. Auch gleich nebenan in Sachsen wurde jetzt verordnet: „Verpflichtend ist das Tragen einer Mund-Nasenbedeckung bei der Benutzung des öffentlichen Nahverkehrs und beim Aufenthalt in Einzelhandelsgeschäften." So geht's sächsisch.

Wie sehen das die Deutschen? Laut einer exklusiven Umfrage des Tagesspiegel halten 46,2 Prozent den Verzicht auf eine Maskenpflicht für falsch, 39,7 Prozent halten die Maskenpflicht für falsch. Klassisch: Unentschieden. Und Berlin? Die Innenverwaltung hatte nach Checkpoint-Informationen vorgeschlagen, die Ausgangsbeschränkungen für diejenigen zu lockern, die Maske tragen, und wollte so Gruppentreffen erlauben. Interner Vermerk aus der Senatkanzlei dazu: Die Lockerung der Regeln sollte nicht an "begrenzt wirksame Mittel wie das Tragen von Schutzmasken" gekoppelt werden. Sido missfällt das.