Sonntagabend

Sonntagabend – 1935, wie sich manche vielleicht erinnern, waren die Sommer noch „normalwarm“, heutige Klimaprobleme unsichtbar. Und statt nach Deutschland, flohen Millionen Menschen aus Deutschland vor dem zunehmenden Naziterror. Zuflucht fanden viele zunächst in Paris, wo sich nicht alle gleichermaßen sicher wähnten: Lion Feuchtwanger, Sohn eines jüdischen Fabrikanten, verarbeitete seine Ahnung von der tatsächlichen, später von den Fakten bestätigten Gefahr, die von Hitlerdeutschland ausging, in seiner „Wartesaal“-Trilogie. „Exil“ heißt der letzte Teil, spielt kurz vor Ausbruch des Krieges und behandelt die Gewissensfragen, denen sich Menschen, die ebenfalls ahnten oder sogar wussten, was geschah, stellen mussten. Für heute Abend 19 Uhr gibt es beim Tippen dieser Zeilen noch Karten. Sollten Sie beim Lesen keine mehr bekommen: Bis Ende November gibt es noch sechs weitere Aufführungen am Berliner Ensemble (Bertold-Brecht-Platz 1).