Laute Berliner Nächte: Jungfüchse verlassen schreiend den Bau
Wer in der Nacht Jaulen hört, das durch Mark und Bein geht, hat vermutlich junge Füchse in der Nähe. Die Tiere lassen ihre Eltern wissen, dass sie hungrig sind, so Derk Ehlert. Von Jessica Gummersbach.
Lärmschutz ab 22 Uhr? Fehlanzeige: Pelzige Teenager ziehen nachts um die Häuser, machen Radau und jaulen lautstark. „Der Schrei geht durch Mark und Bein, meine Nachbarn waren kurz davor, die Polizei zu rufen“, schreibt Kollege Julius Geiler auf „X“ (inklusive Hörprobe).
Die Krawall-Kids: junge Füchse. „Die werden jetzt langsam selbstständig“, erklärt Wildtierexperte Derk Ehlert auf Checkpoint-Anfrage. Sie streifen nachts umher – und haben tierisch Kohldampf. „Die Eltern sollen von weit weg hören, wie hungrig ihre Jungen sind“, erklärt Ehlert. Und so schreien sie herzzerreißend, bis Futter geliefert wird. Ähnlich klingen auch Steinmarder, allerdings „etwa eine Oktave höher und etwas zarter“. Kein Dauerzustand: „Im Oktober werden die Füchse aus dem Hotel Mama geworfen“, so Ehlert. Dann suchen sie eigene Reviere und müssen selbst jagen. Immerhin sind sie dabei recht leise. Laut wird’s erst wieder zur Partnersuche im Dezember.
„Ein Fuchs muss tun, was ein Fuchs tun muss“, das wussten schon die Beginner. Damit ist der heutige Song unserer Sommerplaylist gesetzt: „Füchse“.