Berlins Bahnchef will keine Ticketautomaten mehr
Auch ein Fall fürs Museum könnten Fahrkartenautomaten werden. „Weg damit“, schimpfte kürzlich Alexander Kaczmarek im RBB. Er ist der oberste Manager der Deutschen Bahn in der Hauptstadtregion. Die Geräte seien zu teuer, zu oft Ziel von Vandalismus und überhaupt Technik von gestern („Asbach uralt“). Dem Handyticket oder der Chipkarte gehöre die Zukunft.
Auch die BVG scheint mit den Automaten zu hadern, sind sie doch ein nicht unerheblicher Kostenfaktor. Mehrere Millionen Euro zahlt sie im Jahr für Betrieb und Reparatur, wie eine Checkpoint-Recherche ergab. Dabei werden Fahrkarten an manchen Automaten nur im einstelligen Bereich verkauft – pro Tag.
Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg kann den Vorstoß des Bahnchefs verstehen, wie ein Sprecher dem Checkpoint sagte. Die „nicht unerheblichen Kosten“ für den Ticketverkauf via Automaten hätten ja auch die Fahrgäste zu zahlen. Aber: Außer rechtlichen Fragen, die am Ende die Politik klären müsste, gebe es weitere Probleme: Nicht alle würden ein Smartphone nutzen, nicht überall reiche die Qualität des Mobilfunknetzes aus. Logisch: kein Empfang, kein Handyticket.