Nachbarschaftsstreits nehmen zu
Dank Corona gibt es mehr Konflikte in der Nachbarschaft. In Kreuzberg schoss nun ein Anwohner dem anderen mit einem Luftgewehr ins Gesicht. Von Felix Hackenbruch
In Kreuzberg ist in der Nacht auf Montag ein Nachbarschaftsstreit eskaliert, am Ende schoss der eine dem anderen mit einem Luftgewehr ins Gesicht. Das Opfer wurde in ein Krankenhaus gebracht, teilte die Polizei mit. Offenbar ein Härte-, aber kein Einzelfall. Auseinandersetzungen in der Nachbarschaft nehmen zu, meint Henrik Solf, Fachanwalt für Mietrecht. „Man merkt, dass die Menschen gereizter sind“, sagte er meiner Kollegin Nina Dworschak. Sein Tipp: Beweise statt Ballern. „Betroffene sollten Beweise sichern, etwa durch ein Protokoll und möglichst viele Zeugen. Das können alle Menschen sein, die nicht im Mietvertrag stehen.“
Wer nicht gleich aus der Wohnung in den Gerichtssaal will, sollte sich fragen, ob man „zu sensibel“ oder zu „wenig tolerant“ ist, regt Wibke Werner an, stellvertretende Geschäftsführerin im Berliner Mietenverein. Sie empfiehlt Kompromisse und die Methode „Flasche Wein“ – allerdings nicht über den Kopf, sondern in den Bauch. Nachbarschaftsliebe geht scheinbar auch durch den Magen.