Unverlangt eingesandt: Pflegestation erhält 4000 Tests von Gesundheitsverwaltung

Um Tests schnell zu verteilen, schätzte die Verwaltung den Bedarf selbst ein. Nun will man sich bei den Kosten für die Tests kulant zeigen. Von Nina Breher und Thomas Lippold.

Unverlangt eingesandt: Pflegestation erhält 4000 Tests von Gesundheitsverwaltung
Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Pflegedienste wurden zwangsbeglückt: Ab Oktober 2020 trafen dort unverlangt eingesandte Corona-Schnelltests ein. Eigentlich ja eine gute Sache, findet auch die „Pflegestation am Brandenburger Tor“. Nur hatte die Lieferung zwei Haken, berichtet eine Mitarbeiterin: Erstens konnten die Pflegedienste bei der Anzahl nicht mitreden. Zweitens sollten sie in Vorkasse gehen, das Geld von den Pflegekassen zurückbekommen. Nun sitze die Pflegestation auf 4000 Tests („4000 Tests mal 10 Minuten Zeitaufwand (…) muss man erstmal umsetzen können“) und soll eine Rechnung über 23.000 Euro begleichen („haben wir nicht auf dem Konto“), die Kasse habe bisher nichts überwiesen. Zurückschicken? „Ware nicht rücksendbar“. Die Senatsverwaltung für Gesundheit bestätigt das Vorgehen: Man habe Ende 2020 „auch ohne vorherige Bestellung“ Schnelltests geliefert, um einen „schnellen und breiten Einsatz“ zu gewährleisten. Den Bedarf habe man anhand einer Formel berechnet (wir ersparen Ihnen diese Runde Mathe mit dem Checkpoint, sind ja Ferien) und das Ergebnis „aus logistischen Gründen“ in 1000er-Schritten aufgerundet. Bis Februar hätten die Tests zurückgeschickt werden können, sagt Sprecher Quiske, beteuert aber: Wenn das Geld der Pflegekassen nicht fließe und daraus Engpässe entstünden, könne das „der SenGPG unbürokratisch mitgeteilt werden“. Auch Rückgabewünsche würden „wohlwollend geprüft“. Was für ein Service!