Langes Warten auf Anwohnerplaketten in Mitte
Ausgedruckte Anträge hinter Autoscheiben? Diese Behelfslösung sieht man in Berlin zur Zeit häufig – die Verwaltung kommt bei Parkbescheinigungen nicht hinterher. Von Lorenz Maroldt
Glück braucht, wer es mit dem Bezirksamt Mitte zu tun hat. Beispiel Anwohnerparkausweis: Überall im Bezirk sind hinter Autoscheiben statt Plaketten ausgedruckte Anträge zu sehen. Die Daten darauf reichen bis in den Mai zurück, die auf der Bezirkswebsite angegebene durchschnittliche Bearbeitungszeit von 4 Wochen istoffenbar nur ein Scherz. Wer vergisst, den Antrag auszulegen, hat allerdings am nächsten Morgen prompt eine Knolle hinter dem Scheibenwischer – dafür ist offensichtlich ausreichend Personal vorhanden. Und auch die Zahlungsaufforderung für die nicht gelieferte Plakette lag recht schnell bei den Leuten im Briefkasten.
Das Bezirksamt erklärt den Antragsstau (z. Zt. liegen 3400 Onlineanträge unfertig herum, am 8.9. waren es noch 4700) übrigens mit erhöhtem Antragsaufkommen wegen der Einführung neuer Parkzonen, das trotz „erheblicher personeller Verstärkung“ nicht bewältigt werden konnte. Aber es gibt Hoffnung: „Tendenz: weiterer Abbau des Antragsstaus, da die neu eingestellten Beschäftigten nunmehr eingearbeitet sind.“