„Berlin hat nicht gemerkt, dass sie weg war“ – Das sagen die Leser zu Kapeks Urlaubs-Geständnis
Die ehemalige Grünen-Fraktionsvorsitzende hatte zugegeben, mit ihrer Familie zur Unzeit Urlaub gemacht zu haben. Die Lesermeinungen gehen auseinander. Von Lorenz Maroldt.
Mit einem Geständnis in eigener Sache reagierte Ex-Grünen-Fraktionschefin Antje Kapek im Checkpoint-Podcast „Berliner & Pfannkuchen“ auf die Debatte um Anne Spiegel. Sie gab zu, im vergangenen Frühjahr während des Lockdowns mit ihrer Familie in den Urlaub auf die Kanaren geflogen zu sein, obwohl der Regierende Bürgermeister alle Berlinerinnen und Berliner aufgefordert hatte, zuhause zu bleiben – und der rot-rot-grüne Senat entsprechende Verordnungen erlassen hatte („Es war eine Entscheidung für die Familie, auch wenn es politisch unklug war“). Selbst führende Koalitionspolitiker waren damals nicht informiert, die Sache blieb im Verborgenen.
Wir hatten Sie gefragt, was Sie davon halten – hier exemplarisch drei Meinungen:
+ „Passt haargenau in den Glaubwürdigkeitsverlust, insbesondere bei den Parteien, die immer mit der öffentlichen Moralkeule drohen.“ (Manfred Hagen).
+ „Urlaub steht jedem zu – allerdings muss bei Spitzenpolitikern die Urlaubsvertretung vertrauensvoll geregelt sein.“ (Dietrich Klüßendorf).
+ „Als sie in Urlaub gefahren ist, stand Berlin, als sie zurückkam, war Berlin immer noch vorhanden. Berlin hat nicht gemerkt, dass sie weg war.“ (Gerhard Rassel)