Raed Saleh und Luise Lehmann starten holprig in den Wahlkampf

Wer ist der Urheber der Website des neuen SPD-Duos, das die Landesspitze übernehmen will? Offensichtlich sind sich sogar die 27-Jährige und der 46-Jährige uneinig. Von Lotte Buschenhagen und Anke Myrrhe

Raed Saleh und Luise Lehmann starten holprig in den Wahlkampf
Foto: privat

Weiter geht’s im SPD-Karussell für berufliche Spitzenpositionen. Nach der Trennungsankündigung seiner jetzigen Partnerin im Landesvorsitz, Franziska Giffey, hat Raed Saleh eine Neue gefunden: Die 27-jährige Luise Lehmann, Neurochirurgin und bisher nur ein paar Experten bekannt, die regelmäßig die BVV in Marzahn-Hellersdorf besuchen. Mit eigener Website luise-raed.de präsentieren sich Luise & Raed, Rücken an Rücken als Kandidaten für Berlins Zukunft (oder zumindest die der SPD). Nur wer hat diese Seite eigentlich gestaltet? Erst stand die Agentur wahlwerkstatt.de im Impressum, kurz darauf plötzlich „Büro Saleh / Abgeordnetenhaus von Berlin“ – später wieder wahlwerkstatt.de. Parteiwahlkampf aus dem Abgeordnetenbüro wäre schließlich ein striktes No-Go: Aus Salehs Umfeld war hektisch zu hören, die beiden hätten die Seite selbstverständlich privat bezahlt und würden sie in Zukunft auch selbst pflegen. Vielleicht gibt’s bei dem Fauxpas ja wenigstens einen Rabatt.

Nun aber zu den Inhalten: Warum er Lehmann als Partnerin gewählt habe, beantwortet Saleh auf Checkpoint-Anfrage so: „Sie kann es einfach, weil sie ein außergewöhnliches Talent ist.“ Und die beiden ergänzten sich gut, ergänzt er: sie Akademikerin, er Arbeiterkind, sie aus dem Osten, er aus Spandau... Oder wie sie es ausdrückt: „Ich bin jung, er ist alt.“ Das passiert einem mit 47 Jahren in der Politik auch nicht so häufig. Die weitere Einordnung liefert meine Kollegin Anna Thewalt hier (T+).