Wird in Berlin wegen Tesla das Wasser knapp?

Jetzt, da der Kiefernacker gerodet ist und die Gigafactory landen kann, lohnt ein Blick über die Lichtung hinaus. Von Grünheide aus eine Dampferstunde flussabwärts an der Spree liegt nämlich Berlin mit dem Wasserwerk Friedrichshagen, das ein paar hunderttausend Leute versorgt und dessen Fördermenge im Sommer teils den Nachschub durch die Spree übertrifft. Wird hier das Wasser knapp, wenn Tesla 372 Kubikmeter pro Stunde brauchen will?
Offiziell gibt’s dazu keine Auskunft, aber von Fachleuten ist zu hören, dass sie nach anfänglichem kleinem Schreck kein großes Problem sehen: Die Tesla-Zahl sei extrem hoch gegriffen, der reale Bedarf wohl deutlich niedriger. Die genannte Menge entspreche etwa 70.000 Haushalten – und sei damit nicht größer als die wetterbedingten Nachfrageschwankungen.

Zu klären ist allerdings die Frage der Klärung, denn Wasser wird ja eher verschmutzt als verbraucht. Im Berliner Klärwerk Münchehofe landet schon jetzt viel Wasser aus dem östlichen Umland, wo beispielsweise der Pegel des Straussees seit Jahren sinkt, als hätte jemand den Stöpsel gezogen. Ein Anschluss der Tesla-Fabrik würde den Wasserimport nach Berlin noch steigern, ist aber vorerst ohnehin wenig realistisch: Von Grünheide nach Münchehofe müsste eine gut zehn Kilometer lange Abwasserleitung verlegt werden – über sehr viele Grundstücke mit mutmaßlich nicht durchweg willigen Eigentümern.