Senat: Weniger Straftaten, aber mehr Gewalt am Kottbusser Tor

Wenig Werbung braucht die Polizeiwache am Kottbusser Tor. Kaum ein TV-Sender, der über „Deutschlands härteste Wache“ (RTL) noch keine dramatische Reportage gedreht hat. Vasili Franco (Grüne) hat nun per schriftlicher Anfrage den Senat ermitteln lassen, was die Wache eigentlich bringt – mit gewissem Fahndungserfolg. Laut Antwort aus der Senatsinnenverwaltung ist die Zahl der erfassten Straftaten seit drei Jahren rückläufig. Allerdings registrierte die Polizei mehr Gewaltkriminalität. Es habe 2025 mehr Fälle von Körperverletzung und Raub gegeben als 2023 und 2024.

Als positiv wertet die Innenverwaltung aber, dass die Zahl der Messerangriffe gesunken sei – nach eigener Darstellung eine Folge der Waffen- und Messerverbotszone rund um das Kottbusser Tor. Sie gilt seit 2023. Ja, was ist nun mit der im selben Jahr eröffneten Wache?

Bei der Bewertung der Wache selbst wird die Innenbehörde kreativ: Die Wache habe das Sicherheitsgefühl am Kotti verbessert – in Zahlen lasse sich das nicht ausdrücken. Die Sicherheitslage sei „komplex“ und von vielen Faktoren abhängig. Um ein Gefühl für die Lage am Kotti zu bekommen: 2025 gab’s hier fast 4000 Straftaten, allein 100 Fälle von Raub und 461 von Körperverletzung, darunter 122 schwere Körperverletzungen.