Ende einer Besetzung
Für ein Dramolett, bei dem Berlin nicht wusste, ob es weinen oder lachen sollte, ist am Donnerstag erst einmal der Vorhang gefallen: Nach gut einer Woche machten die Besetzer der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz den Abgang. War es Mitleid mit dem Senat, in dem sich der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) und Kultursenator Klaus Lederer (Linke) wegen der Besetzung angemotzt haben sollen? Der Respekt vor der Polizei, die in Mannschaftsstärke und Kampfmontur anrückte, weil Intendant Chris Dercon Strafanzeige erstattet hatte? Der Schlagabtausch mit den Mitarbeitern der Volksbühne, denen die Aktion zu viel Theater war?
Viele Fragen blieben offen bei der Aktion der Besetzer, die mit Veranstaltungen von Kinderschminken bis Tanzperformance gegen „die aktuelle Kultur- und Stadtentwicklungspolitik“ protestieren wollten. Immerhin reichte es zum größten Theaterstreit seit Schließung des Berliner Schillertheaters: In den Feuilletons wurde debattiert, ob das Kunst ist oder weg kann. „Selbst für Berlin war das eine sehr spezielle Art- und Performance-Week“, kommentiert Rüdiger Schaper im Tagesspiegel.